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5 Gründe, warum Mike Tomlin der perfekte Steelers-Trainer ist

Seit über 15 Jahren rockt Mike Tomlin die Seitenlinie in Pittsburgh – und das, ohne jemals eine Saison mit negativer Bilanz beendet zu haben. Seine Erfolge sind historisch, seine Sprüche legendär und seine Art bei den Spielern geschätzt. 

Hier liest du, warum Mike Tomlin und die Steelers so gut zueinander passen. 

1. Er ist Pionier der NFL-Trainerszene

Mike Tomlin ist mit seiner passionierten Art ein Vorbild für viele junge NFL-Trainer. Er ist der erste schwarze Head Coach der Pittsburgh Steelers und er erst der dritte Head Coach, den die Steelers seit 1969 benannt haben. Die beiden anderen, Chuck Noll und Bill Cowher, sind absolute Legenden und haben mit den Steelers fünf Super Bowls gewonnen.

Seinen ersten Job als NFL-Trainer für die Defensive Backs der Tampa Bay Buccaneers bekam Tomlin 2001 vom damaligen Bucs-Cheftrainer Tony Dungy, der ihn mit seiner Persönlichkeit stark beeinflusst hat. Als damals frischgebackener Vater war Tomlin schwer beeindruckt davon, dass Dungy seinen Sohn mit auf die Arbeit brachte, als beide sich zum allerersten Gespräch trafen. Für Tomlin sind Spieler und Trainer zuallererst einmal Menschen und nicht bloß Arbeitskollegen.

Pittsburgh Steelers Head Coach Mike Tomlin and Pittsburgh Steelers defensive back Quincy Wilson (31) following a regular season game between the Pittsburgh Steelers and the Tampa Bay Buccaneers, Sunday, Oct. 16, 2022 in Pittsburgh, PA. The Steelers beat the Buccaneers 20-18. (Jared Wickerham / Pittsburgh Steelers)

Alle Interimstrainer mit eingerechnet hat es in der Geschichte der NFL bislang nur zwei Dutzend schwarze Head Coaches gegeben. Damit es nicht bei dieser Zahl bleibt, setzen sich die Rooneys, die Gründer- und Besitzerfamilie der Pittsburgh Steelers, seit Jahren für mehr Diversität in der Liga ein.

Der inzwischen verstorbene Steelers-Präsident Dan Rooney wollte als Vorsitzender des "NFL Diversity Committee" die Vielfalt bei der Besetzung von Führungspositionen fördern. Die daraufhin beschlossene Regel erhielt den Namen "Rooney Rule". Sie besagt, dass NFL-Teams dazu verpflichtet sind, bei der Suche nach einem neuen Cheftrainer, Coordinator oder hohen Funktionär auch Kandidaten ethnischer Minderheiten oder Kandidatinnen zum Bewerbungsgespräch einzuladen.

2. Steelers-Siege pflastern Tomlins Weg

Die Saison 2022 ist Mike Tomlins 16. als NFL-Cheftrainer und als Head Coach der Pittsburgh Steelers. Noch nie hat er in dieser Funktion eine Spielzeit mit weniger Siegen als Niederlagen abgeschlossen – das ist ein NFL-Rekord. 2009 hat er im Alter von 36 Jahren, als damals jüngster Head Coach der NFL, den Super Bowl gewonnen. Er ist bis heute einer von zwei schwarzen Cheftrainern, denen dies in der Geschichte der NFL gelang. Der andere ist Tomlins ehemaliger Boss, Tony Dungy, der 2007 den Super Bowl XLI mit den Colts gewann.

2011 führte Tomlin die Steelers erneut ins Finale, wo sie sich allerdings den Packers geschlagen geben musste. Am 1. November 2020 knackte er Dungys Rekord von 140 Siegen. Tomlin ist damit aktuell der erfolgreichste schwarze Head Coach der NFL. Seine Siegquote liegt bei knapp 64 Prozent. Sieben Mal gewann er mit den Steelers die AFC North und zehn Mal führte er das Team in die Playoffs.

3. Mike Tomlin ist John Madden 2.0

Nach jedem Spiel bedankt sich Tomlin per Handschlag bei seinen Spielern. Mike Tomlin ist der Inbegriff eines harten Knochens, der von seinen Profis viel verlangt, aber im Gegenzug bereit ist, alles für sie zu geben.

Pittsburgh Steelers Head Coach Mike Tomlin leads a prayer prior to a regular season game between the Pittsburgh Steelers and the New York Jets, Sunday, Oct. 2, 2022 in Pittsburgh, PA. The Jets beat the Steelers 24-20. (Karl Roser / Pittsburgh Steelers)

Der zutiefst gläubige Mann mit dem coolen Geschmack für Flieger-Sonnenbrillen sieht sich keineswegs bloß als Trainer, er möchte seine Spieler auch zu besseren Menschen machen. Wie schon einst der legendäre NFL-Trainer John Madden lässt er den jungen Profisportlern einen gewissen Freiraum, um sich privat zu entfalten. Die wiederum bezahlen das Vertrauen mit guten Leistungen zurück.

Neben seiner eigenen Familie hat auch der junge Blaine Stewart einen ganz besonderen Platz im Leben des 50-jährigen NFL-Trainers. Blaine ist der Sohn seines verstorbenen Fürsprechers Bill Stewart, der ihm seinen ersten Trainer-Job beim College-Team des Virginia Military Institute gab. Aktuell ist Blaine Stewart Pittsburghs Assistant Wide Receivers Coach. Mike Tomlin ist Mentor für Blaine Stewart – wie einst Bill Stewart Mentor für Mike Tomlin war.

4. Seine Wortwahl ist legendär

Wie bei fast allen großen Trainern hängen auch die Fans, Spieler und Medienvertreter der Pittsburgh Steelers an den Lippen des Mannes, der Woche für Woche die Mannschaft aufstellt. Allerdings kann wohl kein anderer Übungsleiter der Welt von sich behaupten, einen eigenen Reddit-Kanal zu befeuern, auf dem seine Aussagen wie Pop-Literatur gefeiert werden.

Pittsburgh Steelers Head Coach Mike Tomlin speaks at a press conference at the UPMC Rooney Sports Complex, Tuesday, Sept. 27, 2022 in Pittsburgh, PA. (Karl Roser / Pittsburgh Steelers)

Unter dem Begriff "Tomlinisms" finden sich Phrasen wie "The Standard is the Standard" oder "Never say never, but never". Es sind regelrechte Mantras, die Mike Tomlin fast schon gebetsmühlenartig unters Volk bringt. Seine Wortwahl ist einfach und trotzdem tiefgründig.

Mit dem "Standard", den Mike Tomlin immer wieder gerne anführt, meint der Trainer den Anspruch, den er an sich und seine Spieler hat: zu gewinnen. Wie er dieses Ziel erreicht, ist für ihn zweitrangig.

In der Aussage "Sag niemals niemals, aber: niemals" verbirgt sich seine Reaktion auf Wechselgerüchte, die es um seine Person gab. Natürlich sollte man niemals nie sagen. Aber Tomlin sagt lieber: niemals, weil er in seinen Augen den besten Job der Welt hat.

Mike Tomlin dürfte wohl der einzige Head Coach in der NFL-Geschichte sein, dem die Filmabteilung der NFL ein eigenes Feature über dessen Pressekonferenzen und Interviews gewidmet hat.

In Staffel 2, Episode 4 des deutschen Steelers-Podcasts "Männer aus Stahl" gibt's noch mehr Tomlinisms für alle, die von den Sprüchen des Pittsburgher Cheftrainers nicht genug bekommen.

5. Eine Familie in Schwarz und Gold

Die Steelers sind eine große Familie. Und Mike Tomlin ist ein wichtiger Teil von ihr. Die Rooneys, die die Pittsburgh Steelers seit 1933 besitzen, setzen auf und neben dem Platz bewusst auf einen engen Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitern. Wenn Tomlin über seine Beziehung zu den Rooneys spricht, dann überwiegt für ihn das Zwischenmenschliche und nicht die sportliche Seite des Football-Geschäfts:

"Sie sehen Menschen. Sie sehen keine Positionen. Sie sehen keine Rollen. Sie sehen keine Titel oder das Fehlen von Titeln. Sie schätzen Menschen und sie bemühen sich, diese kennenzulernen", so Tomlin.

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