So viel Zufall gibt's doch gar nicht?!
Vor der Saison 2025 wurde Aaron Rodgers von einem Steelers-Fan gefragt: "4. Januar 2026: Heimspiel gegen die Baltimore Ravens, viertes Viertel und vier Punkte Rückstand. Welcher Song geht dir durch den Kopf?" Die Antwort gibt's später – aber ist es nicht verrückt, dass exakt dieses Szenario am 18. Spieltag so eintraf und Rodgers sein Team in Pittsburgh zum Sieg und in die Playoffs führte?!
Genau das macht den Quarterback der Steelers aus: Er ist in den entscheidenden Momenten eiskalt. Warum er so wichtig für sein Team ist, liest du hier.
1. Aaron Rodgers trägt das MVP-Gen in sich
Seit seiner Ankunft in Pittsburgh hat Rodgers den Steelers zu einer 10-7-Bilanz verholfen und sie im Rennen um den Division-Titel in der AFC North und die Playoffs gehalten. Seine 3.322 Passing Yards und 24 Touchdowns bei einer Passquote von 65,7 Prozent und nur sieben Interceptions sind Werte, die die Fans seit Ben Roethlisbergers Karriereende nach der Saison 2021 nicht mehr erlebt hatten.
Als die Steelers Anfang Dezember mit dem Rücken zur Wand standen und gerade ihr sechstes Saisonspiel verloren hatten (Bilanz: 6-6), starteten sie angeführt vom Quarterback eine sensationelle Serie, die die Tür zu den Playoffs plötzlich wieder weit aufstieß. Bei den drei Siegen im Dezember seit Rodgers' 42. Geburtstag am 2. Dezember brachte der erfahrene Spielmacher 73 von 102 Pässen für 774 Yards an, mit vier Touchdowns und ohne Interceptions. Ganz wie in den guten alten Zeiten, als er bei den Packers viermal zum wertvollsten Spieler (MVP) der NFL gewählt wurde.

"In den letzten fünf oder sechs Jahren habe ich die Sache irgendwie Benjamin-Button-mäßig umgekehrt", sagte Rodgers. "Aus welchem Grund auch immer habe ich das Gefühl, dass ich im Verlauf der Saison stärker werde." Er hat sich das Beste für den Schluss aufgehoben.
In Green Bay hatten die Rodgers-Packers von 2009 bis 2016 kein einziges Jahr die Playoffs verpasst. Gut informierte Steelers-Fans wissen: In diese Zeit fällt auch der Super Bowl XLV, den Pittsburgh gegen – wie könnte es anders sein – Aaron Rodgers und die Packers verlor.
2026 könnte sich die Geschichte umgekehrt wiederholen, denn auch Green Bay hat die Playoffs erreicht. Ein Rematch, das wieder Rodgers gewinnt, nur diesmal eben mit den Steelers, wäre doch ein traumhafter Abschluss einer unglaublichen Karriere, oder?
Wer weiß, vielleicht hebt er sich noch einmal das Beste für den Schluss auf.
2. Nichts bringt ihn aus der Ruhe
Zurück zur eingangs erwähnten Frage nach dem Song. Aaron Rodgers antwortete darauf: "Malibu Breeze". Das Lied des US-amerikanischen Rappers Mike Stud versprüht absolute Chiller-Vibes und entspannte Strandatmosphäre. Genau das wollte der Quarterback in diesem Moment wohl vermitteln. Er lässt sich von einer extremen Drucksituation nicht aus dem Konzept bringen.
So eine war auch das Endspiel um die Playoffs gegen die Ravens am 18. Spieltag. Rodgers' Statistiken waren über weite Strecken der ersten Halbzeit düster, während die Steelers zwischenzeitlich sogar mit zehn Punkten zurücklagen. Doch in der Crunchtime war der Spielmacher zur Stelle. Als das Spiel auf der Kippe stand, als der Division-Titel am seidenen Faden hing, als die Steelers direkt in den Abgrund eines verpassten Playoff-Einzugs blickten, spielte Rodgers wie der Hall of Famer, der er eines Tages sein wird.
Im vierten Viertel entwickelte sich das Duell zu einem echten Krimi, es ging hin und her. Mit den letzten beiden Ballbesitzphasen der Steelers führte Rodgers sein Team innerhalb von acht Minuten zweimal das Feld hinunter. Erst 65 Yards in acht Spielzügen zum Touchdown und anschließend 65 Yards in sechs Spielzügen zum Touchdown, mit einem perfekten 26-Yard-Pass auf einen völlig freien Calvin Austin III, der letztlich den Unterschied beim 26:24-Sieg ausmachte.

Head Coach Mike Tomlin hat den Quarterback für genau das Szenario geholt, das gegen die Ravens wartete: Der Gewinner sichert sich die Playoffs-take-all, mit dem Division Title als Prämie — und einer frühen Offseason für den Verlierer.
"Das war die Vision im Frühjahr, als wir ihn verpflichtet haben", sagte Tomlin. "Deshalb machst du Geschäfte mit einem 41-, 42-jährigen Typen — einem 'Ich hab schon viel gesehen'-Typen mit einem Lebenslauf wie dem seinen. Er ist nicht nur fähig, er blüht in solchen Momenten auf."
Das beobachtete auch Pass Rusher T.J. Watt. bei seinem Spielmacher: "Da war kein bisschen Panik", sagte er. "Wir haben oft genug gesehen, wie er in zwei Minuten ein Spiel dreht. Wir haben vollstes Vertrauen in ihn und die Offense."
Mit Rodgers als Quarterback werden die Steelers erstmals seit der Saison 2020 wieder ein Playoff-Heimspiel bestreiten. Für den Veteranen bedeutet es die Rückkehr in die Playoffs zum ersten Mal seit seiner vorletzten Saison bei den Green Bay Packers, als er zudem zum vierten Mal den MVP-Titel der Liga gewann.
"Es ist schön, wieder in dieser Ausgangslage zu sein", sagte Rodgers.
Mit seiner Coolness, Nervenstärke und Ruhe ist in den Playoffs alles drin.
3. Rodgers lebt die Nord-Rivalitäten
Für den großen Rivalen, die Baltimore Ravens, ging es derweil in die Sommerpause.
Auch das spricht für Aaron Rodgers: Er hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Genießer dieser erbitterten Rivalität zwischen Steelers und Ravens entwickelt.
"Wenn man in der (NFC) North gespielt hat, achtet man vielleicht ein bisschen mehr auf die andere Nord-Division", sagte der ehemalige Packers-Quarterback über die AFC North seiner Steelers, "deshalb habe ich eine Menge Respekt vor all den Rivalitäten in dieser Division."
Mit den Packers hatte Rodgers eine makellose 3-0-Bilanz gegen die Ravens – und mit den Steelers jetzt zwei von zwei Spielen gewonnen.

"Zwischen den Ravens und den Steelers, finde ich, herrschte immer ein gesunder Respekt", sagte er. "Man hat super hart gespielt, wollte es vielleicht ein kleines bisschen mehr gegen genau diesen Gegner."
Auch Aaron Rodgers wollte es gegen seinen neuen Rivalen am Ende der Regular Season 2025 ein kleines bisschen mehr.
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