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5 Dinge, die du unbedingt über T.J. Watt wissen musst

Joe Greene, L.C. Greenwood und James Harrison – das sind nur drei prominente Namen auf einer langen Liste von Verteidigern, die die Erfolgsgeschichte der Pittsburgh Steelers prĂ€gten. T.J. Watt ist auf bestem Wege, ihren Weg weiterzugehen, ihre Fußstapfen auszufĂŒllen und diese vielleicht sogar noch ein bisschen grĂ¶ĂŸer zu machen. Seine Geschichte kannst du dir jetzt im deutschen Steelers-Podcast anhören.

Hier kommen fĂŒnf Fakten zum dominanten Outside Linebacker, die du auf jeden Fall kennen solltest.

1. Verletzungen zwangen ihn fast zum Karriereende

Viermal die gleiche Verletzung innerhalb von 15 Monaten. Viermal EnttĂ€uschung. Viermal Reha. Viermal das Comeback und die Hoffnung, dass es nicht wieder passiert. T.J. Watt stand als 20 Jahre junger College-Spieler vor dem grĂ¶ĂŸten Charaktertest seiner Sportlerkarriere. Er bestand ihn, wie es sonst nur die wenigsten geschafft hĂ€tten.

Pittsburgh Steelers linebacker T.J. Watt (90) during a regular season game between the Pittsburgh Steelers and the Seattle Seahawks, Sunday, Oct. 17, 2021 in Pittsburgh, PA. The Steelers beat the Seahawks 23-20 in OT. (Arron Anastasia / Pittsburgh Steelers)

Eine ausgekugelte Kniescheibe, die den Bandapparat im Knie in Mitleidenschaft zog – das war nicht nur schmerzhaft, sondern fĂŒhlte sich fĂŒr Watt an wie der Murmeltiertag, weil es so oft passierte. 2013 zum ersten Mal, 2015 zum vierten Mal. Seit der High School 2012 hatte er kein Spiel mehr bestritten. Damals fragte Watt sich, ob er jemals gesund genug sein wĂŒrde, um College Football zu spielen. Die NFL schien zu diesem Zeitpunkt meilenweit entfernt.

Ärzte vermuteten bei T.J. Watt ein genetisches Problem, das seine Kniescheibe immer wieder herausspringen ließ. Nach der dritten Verletzung wurde er von Dr. Walt Lowe operiert, dem Teamdoktor der Houston Texans, wo J.J. zu dieser Zeit spielte – es gibt eben auch Vorteile, wenn der große Bruder in der NFL spielt T.J. ĂŒberlegte damals, direkt beide Knie reparieren zu lassen, entschied sich aber dagegen, um nicht eine Zeit lang komplett eingeschrĂ€nkt zu sein. Als dann die Kniescheibe im noch nicht operierten Knie erneut heraussprang, folgte OP Nummer zwei.

Die chirurgischen Eingriffe wirkten. Watt blieb anschließend vom Verletzungspech verschont. Ein Grund dafĂŒr war aber auch sein Positionswechsel. Als Tight End an die University of Wisconsin gekommen, sollte er nun zu den Linebackern wechseln. Cheftrainer Paul Chryst hatte beobachtet, dass Watts Verletzungen immer dann passierten, wenn er als Tight End blockte oder sich nach hinten bewegte. Ein Outside Linebacker kennt dagegen nur eine Richtung. Chryst wollte seinen SchĂŒtzling in neuer Rolle aufblĂŒhen sehen. Die Devise war: Hits austeilen statt einstecken. Der Positionswechsel war der Beginn eines großen Aufstiegs.

2. T.J. war Quarterback an der High School

Apropos Positionswechsel: Tight End und Linebacker waren bei weitem nicht die einzigen Positionen, auf denen T.J. Watt glĂ€nzte. Nachdem er sein Stipendium an der University of Wisconsin bereits sicher hatte, ließ sein High-School-Trainer ihn im letzten Schuljahr als Quarterback auflaufen. Er wollte den Ball schlicht und einfach öfter in die HĂ€nde seines besten Playmakers legen. In der Defensive war Watt zu dieser Zeit schon nicht zu stoppen, vielleicht ein Vorbote fĂŒr die Profikarriere. Doch er trat selten als Quarterback-JĂ€ger in Erscheinung, weil er fĂŒr die Offensive wertvoller war.

Nur eine Rolle außerhalb der Offensive ließ Watt sich nicht streitig machen: die des Punters. Als er im Training einmal den Ball vom Feld auf die 70 Yards entfernten TennisplĂ€tze gepuntet hatte, war ihm diese Rolle nicht mehr zu nehmen.

3. Franchise-Rekord in Reichweite

Vom viermal schwer am Knie verletzten, zweimal operierten Tight End zum First-Round Pick und All-Pro-Linebacker – T.J. Watts Aufstieg ist eine Geschichte von WillensstĂ€rke und harter Arbeit. Innerhalb einer Saison spielte sich Watt nach seinem Positionswechsel in die Startformation der Wisconsin Badgers, lehrte gegnerischen Quarterbacks das FĂŒrchten und wurde schließlich an 30. Stelle im NFL Draft 2017 von den Steelers ausgewĂ€hlt.

Pittsburgh Steelers linebacker T.J. Watt (90) and Pittsburgh Steelers defensive lineman Chris Wormley (95) during a regular season game between the Pittsburgh Steelers and the Seattle Seahawks, Sunday, Oct. 17, 2021 in Pittsburgh, PA. The Steelers beat the Seahawks 23-20 in OT. (Karl Roser / Pittsburgh Steelers)

AnfĂ€ngliche Bedenken ob der VerletzungsanfĂ€lligkeit Watts verstummten schnell, denn der Rookie war schon bald nicht mehr wegzudenken aus Pittsburghs Aufstellung. Bereits nach vier Saisons ist er in den Top Ten nach Sacks und Tackles fĂŒr Raumverlust bei den Steelers angekommen. Die Fans wĂŒrdigten seine Leistungen mit drei Nominierungen fĂŒr den Pro Bowl, die Journalisten mit zwei Auszeichnungen zum All-Pro und die Steelers 2021 mit einem neuen Vierjahresvertrag als bestbezahlter Verteidiger der Liga.

HĂ€lt der heute 27 Jahre alte Watt sein Niveau von mehr als zehn Sacks pro Saison, dann knackt er den Franchise-Rekord von James Harrison (80,5 Sacks in 14 Spielzeiten) spĂ€testens 2024 – und erreicht diese Marke somit sechs Jahre eher als der Mann, den er 2017 beerbte.

4. Seltenheit: Er stand mit zwei BrĂŒdern auf dem selben NFL-Spielfeld

Eins steht fest: T.J. Watt ist lĂ€ngst aus dem Schatten seines großen Bruders J.J. hervorgetreten. Nur die Auszeichnung zum Defensive Player of the Year, die der Ă€lteste Bruder bei den Houston Texans zwischen 2012 und 2015 dreimal gewann, fehlt dem jĂŒngsten noch. Als einer der besten Verteidiger setzt T.J. jedoch alles daran, im familieninternen Duell aufzuholen.

Pittsburgh Steelers fullback Derek Watt (44) and Pittsburgh Steelers linebacker T.J. Watt (90) with Houston Texans defensive end J.J. Watt during a regular season game between the Pittsburgh Steelers and the Houston Texans, Sunday, Sept. 27, 2020 in Pittsburgh, PA. The Steelers defeated the Texans 28-21. (Karl Roser / Pittsburgh Steelers)

Die UnterstĂŒtzung eines Verwandten dĂŒrfte ihm dabei sicher sein: Der mittlere Watt-Bruder, Derek, ein Fullback, steht seit 2020 ebenfalls in den Diensten der Steelers. Nur die Eltern Connie und John standen am 27. September 2020 vor der Qual der Wahl, denn an diesem Tag trafen Derek, T.J. und die Steelers auf J.J. und die Texans. Am Ende gewann das Team mit der höheren Watt-Dichte im Kader 28:21. Klingt logisch.

Aus Pewaukee, Wisconsin, in die NFL. Der Watt-Gipfel im Heinz Field war laut Elias Sports Bureau erst das dritte Mal seit 1927, dass ein BrĂŒdertrio im gleichen NFL-Spiel auflief. 2019 hatten die Edmunds-BrĂŒder Tremaine (Bills-Linebacker), Terrell (Steelers-Safety) und Trey (Steelers-Fullback) fĂŒr das zweite Aufeinandertreffen dieser Art gesorgt. 1927 waren es die BrĂŒder Joe, Cobb und Bill Rooney, die alle fĂŒr die Duluth Eskimos spielten.

5. Auch als Eishockeyspieler hatte er Talent

Auf dem folgenden Instagram-Foto unschwer zu erkennen: Eishockey war vor Football die erste Liebe der Watt-Familie.

Das versteht sofort jeder, der die Geschichte von T.J. Watts Geburt hört. Aus dem Krankenhaus ging's direkt auf die Eisbahn, wo der Ă€lteste Bruder J.J. Watt Training hatte. Mutter Connie und Vater John, der seine Jungs coachte, kutschierten ihre talentierten Söhne fĂŒr Eishockey um die halbe Welt.

Das war letztendlich auch der Grund, warum aus Eishockey irgendwann Football wurde. FĂŒr den Eissport reiste die Familie nach Kanada und Europa, war selten zusammen, oft ĂŒber lĂ€ngere Zeit getrennt. Die Familie sollte wieder an erste Stelle rĂŒcken.

Pittsburgh Steelers linebacker T.J. Watt (90) during a regular season game between the Pittsburgh Steelers and the Cleveland Browns, Sunday, Oct. 31, 2021 in Cleveland, OH. (Caitlyn Epes / Pittsburgh Steelers)

FĂŒr T.J. keine einfache Entscheidung: Er war gerade Teil der Auswahlmannschaft geworden und durfte auch endlich um die Welt reisen, da sollte dieser Traum plötzlich enden. Er gab wie Derek und J.J. das Eishockey auf und fand den regionaler verwurzelten Football. RĂŒckblickend wird auch er sagen: Ganz so schlecht war diese harte Trennung nicht – weder fĂŒr ihn noch fĂŒr seine BrĂŒder.

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