Meistens muss man sich als NFL-Fan nach einer Saison von Leistungsträgern seines Lieblingsteams verabschieden, damit neue Stars das Team verstärken können. Die Steelers investieren hingegen sowohl in Offensive, Defensive und Special Teams, indem sie mehrere Fanlieblinge verlängern.
Aaron Rodgers
Auf einen Einjahresvertrag in der letzten Saison folgt ein weiterer Einjahresvertrag für die Saison 2026/2027. Vielleicht der letzte der aktiven NFL-Karriere von Aaron Rodgers. Er führte die Steelers in der vergangenen Saison in 16 Spielen als Starter aufs Feld und setzte nur ein Spiel wegen einer Verletzung aus. In diesen 16 Spielen kam er auf 24 Touchdowns und nur sieben Interceptions. Nicht ohne Grund liegt Rodgers in den Top-10 aller wichtigen Quarterback-Kategorien der NFL-Geschichte.
Nach 21 Saisons in der NFL zählt der viermalige MVP zu den alten Hasen auf dem Football-Feld. Mit seinem Sieg im Super Bowl XLV versetzte er den Steelers damals einen herben Schlag. Jetzt geht er in die zweite Saison in Schwarz und Gold und will seinem kurzen Engagement ein Happy End bereiten.

Dennoch hat Rodgers auch in Pittsburgh noch etwas zu beweisen – gerade wenn er an sein schon beschlossenes Karriereende nach dieser Saison denkt. Der Spielmacher ist auf dem Weg, sich endgültig in die Hall of Fame zu werfen und gleichzeitig den Weg für den nächsten Spielmacher der Steelers zu bereiten. Es ist ein Bonus für die Steelers, Quarterbacks zu haben, die von Rodgers vielleicht noch die ein oder andere Sache lernen können.
Darnell Washington

Die Steelers haben mit Tight End Darnell Washington für fünf Jahre verlängert. Schlechte Nachrichten für jeden Verteidiger, die den 24-Jährigen zu Boden bringen müssen. In 50 Spielen seit 2023 fing er zwei Touchdowns und Pässe für 625 Yards, zählt aber vor allem wegen seiner physischen Präsenz zu den beeindruckendsten Spielern der NFL.
Als Ergänzung zu Tight End Pat Freiermuth steht er der Steelers-Offensive fantastisch, ist vor allem im Laufspiel ein Cheatcode und hinterlässt regelmäßig Schneisen der Verwüstung. Nicht ohne Grund verdiente sich der Hüne bereits in seiner ersten Saison in Pittsburgh den Spitznamen "Mount Washington", weil sein Aussehen an einen Berg erinnert. Das Zusammenspiel von Washington und Rodgers aus der letzten Saison ließ bereits großes Potenzial für die Offensive 2026/2027 erahnen.
Nick Herbig
Im gleichen Draft wie Darnell Washington stieß auch Linebacker/Edge Rusher Nick Herbig zu den Steelers. Auch mit Herbig einigte man sich auf einen neuen Fünfjahresvertrag. Und das aus gutem Grund: Der Verteidiger ist die Definition eines Steelers-Verteidigers. "Ich glaube, ich wurde geboren, um ein Steeler zu sein", sagte Herbig in seiner Pressekonferenz zur Vertragsverlängerung.

Die Saison 2025/2026 beendete er mit 15 gespielten Spielen und siebeneinhalb Sacks – sein aktueller Saisonbestwert – sowie 13 Tackles for Loss, einer Interception, drei Forced Fumbles und einer Fumble Recovery für einen Touchdown. Avancierte in der Defensive damit zur echten Leitfigur.
Herbig zeigte zuletzt nur allzu oft, warum die Steelers ihn 2023 gedraftet hatten. Bis 2030 soll er auf der anderen Seite von T.J. Watt für Unruhe sorgen und für die Steelers auf Quarterback-Jagd gehen.
Chris Boswell
Wenn etwas so gut funktioniert wie die Special Teams der Steelers, sollte man womöglich keine Änderungen vornehmen. Der neue Vertrag von Kicker Chris Boswell läuft ab sofort bis 2030. Und der neue Fünfjahresvertrag ist sowas von verdient. Der mittlerweile 35-jährige Spezialist war 2015 als Free Agent zu den Steelers gestoßen, traf in seinen elf Saisons 299 von 341 Field Goals und 353 von 369 Extrapunkte.

Bevor er bei den Steelers Fuß fasste, hatte er nach einem enttäuschenden Draft kurze Aufenthalte bei den Texans und Giants. Davon ist allerdings nichts mehr zu spüren beim NFL-Routinier. Mittlerweile hat er sich zu einem der besten Kicker der NFL entwickelt, der 2025 sogar aus 60 Yards sein bisher längstes Field Goal verwandeln konnte. Mit der Vertragsverlängerung gibt man Boswell und den Steelers-Fans Sicherheit: Wenn er es nicht jetzt schon ist, könnte der Kicker in den nächsten Jahren zu einer echten Steelers-Legende werden.
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