Teams bekommen in der Free Agency eigentlich nie alles, was sie wollen, aber die Pittsburgh Steelers sind dem ziemlich nah gekommen. Sie brauchten offensive Playmaker und Hilfe in der Secondary – und genau diese Elemente haben sie in der Free Agency hinzugefügt.
Die ersten drei Neuzugänge der Steelers trafen sich am Freitag mit Reportern aus Pittsburgh und sprachen darüber, wie sie in ihr neues Team passen.
Jamel Dean
Die Steelers suchten Hilfe auf der Cornerback-Position gegenüber von Joey Porter Jr.. Jetzt kommt Jamel Dean, der in den letzten zwei Saisons nur einen einzigen Touchdown-Pass zugelassen hat – genau einen mehr als Porter im gleichen Zeitraum.
Der 29-Jährige, der zuvor bei den Tampa Bay Buccaneers gespielt hatte, wurde gefragt, was er davon erwartet, mit Porter zusammenzuspielen.
"Ich werde einfach weiterhin den Football spielen, den ich spiele, seit ich in der Liga bin", sagte er. "Ich muss Joey eigentlich nicht viel sagen, weil sein Spiel für sich selbst spricht. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass er seine Seite im Griff hat – und ich meine."
Dean war laut Pro Football Focus der fünftbestbewertete Cornerback der NFL. Eine weitere Analytics-Seite, Next Gen Stats, berichtet außerdem, dass Dean die wenigsten Yards pro Target (4,5) und das niedrigste Passer Rating gegen sich (41,3) von allen Outside-Cornerbacks in der NFL zugelassen hat.
Was hat ihn also nach Pittsburgh gezogen?
"Zum größten Teil war es die Kultur, die hier über die Jahre aufgebaut wurde", sagte Dean. "Ich weiß, dass hier im Grunde alles darauf ausgerichtet ist zu gewinnen. Ich bin jetzt an einem Punkt meiner Karriere, an dem ich noch einen Super Bowl gewinnen will. Mit dem Personal und dem Trainerstab hier glaube ich, dass wir das schaffen können."
Mit Dean holen die Steelers einen physischen Cornerback, dessen Statistiken im Passspiel herausragen, der aber mit 1,85 m und 93 kg auch ein harter Tackler im Laufspiel ist.
Vor allem sein Spielstil zeigt den Steelers-Fans, dass dieses Team nun zwei Starting-Cornerbacks hat, die Receiver direkt an der Line of Scrimmage attackieren und deren Timing stören.
"Das war einfach die Mentalität, die wir auch in unserem College Team hatten", sagte Dean.
"Mein Coach Kevin Steele sagte immer: 'Wir machen Druck, bevor wir in den Bus steigen – und wir machen wieder Druck, wenn wir aussteigen.' Seine Mentalität war: Wir spielen das ganze Spiel über Press Coverage.
Man muss das Timing stören, damit der Quarterback und die Route nicht zusammenpassen. So macht man die großen Plays."

Die Pittsburgh Steelers wollten die Running Back-Position verstärken – jemanden, der sich die Hauptlast im Backfield mit Jaylen Warren teilen kann. Dowdle, der gerade zwei aufeinanderfolgende 1.000-Yard-Saisons bei zwei verschiedenen Teams hinter sich hat, kann genau das leisten.
Der 1,83 m große und etwa 98 kg schwere Running Back hat zudem noch viel zu beweisen und will daraus nun eine dritte erfolgreiche Saison machen. Er sagt, dieser Antrieb komme daher, dass er nach dem College nicht gedraftet wurde, genau wie Warren.
"Meine Einstellung", sagte Dowdle, "ich glaube, das hat mir diesen Antrieb gegeben, dass ich mir selbst immer wieder beweisen muss, jedes Jahr aufs Neue zeigen muss, dass ich ins Team gehöre und es in den Kader schaffe. Wenn man als ungedrafteter Spieler in die Liga kommt, statt als Erstrundenpick, ist der Weg in der NFL definitiv ein ganz anderer."
Dowdle wurde 2020 von Coach Mike McCarthy und den Dallas Cowboys als Undrafted Free Agent verpflichtet. 2024 beendete er die Saison mit 1.079 Rushing Yards und 39 gefangenen Pässen. 2025 unterschrieb er bei den Carolina Panthers, lief erneut für 1.076 Yards und fing wieder 39 Pässe.
Dowdle kann also eindeutig Pässe fangen und ist bei seiner Größe und Erfahrung auch in der Lage, den Blitz aufzunehmen und den Quarterback zu schützen. Als vielseitiger Running Back lässt er sich gut mit Warren vergleichen.
"Jalen und ich sind uns ziemlich ähnlich – diese Nord-Süd-Runner, die vertikal durchs Feld gehen", sagte Dowdle. "Aber generell freue ich mich einfach, bei einem neuen Team zu sein, eine neue Organisation, neue Leute kennenzulernen. Neues Trainerteam, neue Gesichter, neue Stadt. Darauf freue ich mich total."
Es war McCarthy, der Dowdles Profikarriere gestartet hat. Dowdle sagte, sein ehemaliger Coach habe "eine große Rolle bei meiner Entscheidung gespielt, nach Pittsburgh zu kommen", weil ihm McCarthy eine gewisse Vertrautheit gibt – etwa, dass er die Offense bereits kennt.
Dowdle wurde gefragt, wie er McCarthys Offense beschreiben würde.
"Er will das Spiel über das Laufspiel aufbauen", sagte Dowdle. "Alles beginnt an der Line of Scrimmage. Als ich mit ihm in Dallas war, war eines unserer Hauptziele, den Quarterback zu schützen und das Spiel über die Offensive Line zu etablieren. Und vor allem physisch zu sein. Das hat er immer betont – das physischste Team auf dem Feld zu sein."
Genau dafür ist Dowdle bekannt: ein physischer Läufer. Wieder eine Parallele zu Warren.
"Er hat mich letztes Jahr während der Saison kontaktiert und gesagt, dass ihm mein Spielstil gefällt", sagte Dowdle über seinen neuen Backfield-Partner. "Er meinte: 'Lass uns weiter zeigen, was nicht gedraftete Spieler draufhaben.' Jetzt sind wir hier zusammen – also können wir das gemeinsam tun."

Michael Pittman Jr.
Die Pittsburgh Steelers haben schon länger nach einem gefährlichen Nr.-2-Wide-Receiver gesucht – und zögerten nicht lange, um Pittman Jr. per Trade zu holen.
Der 1,93 m große und etwa 101 kg schwere Receiver wird voraussichtlich gegenüber von DK Metcalf (1,93 m, 104 kg) aufgestellt. Damit entsteht eine echte Gefahr in der Redzone, besser als viele andere Receiver-Duos, in der NFL.
Letztes Jahr bei den Indianapolis Colts fing Pittman 80 Pässe für 784 Yards und 7 Touchdowns. Sein Durchschnitt über sechs NFL-Saisons liegt bei 87 Receptions für 875 Yards und 4 Touchdowns. Metcalfs Durchschnitt über sieben NFL-Saisons liegt bei 75 Receptions für 1.089 Yards und 8 Touchdowns.
Pittman glaubt nicht, dass sich diese Zahlen stark verändern werden, wenn er unter Mike McCarthy in Pittsburgh spielt.
"Er ist einfach ein offensiv denkender Coach und verteilt den Ball gerne", sagte Pittman. "Ich will nicht sagen, dass er extrem passlastig ist – aber man weiß, dass er werfen wird. Das spielt natürlich eine große Rolle, weil ich gerne Pässe fange. Alles, was er über meine Rolle, die Offense und unsere Pläne erzählt hat, hat mich total begeistert. Ich kann es kaum erwarten, die Pads anzuziehen und im Acrisure Stadium aufzulaufen."
Pittman wurde gefragt, ob er McCarthys Offensiv-Vision näher erklären könne.
"Ich will sein Geheimrezept nicht verraten", sagte Pittman. "Aber es war sehr positiv und ging darum, meine Möglichkeiten zu erweitern – zum Beispiel wieder mehr unterschiedliche Routen zu laufen."
Auch auf das Laufspiel freut sich Pittman.
"Ich will der Typ sein, der Pässe fängt, aber auch alles wegblockt", sagte Pittman.
"Das bringt zusätzliche Yards. Vielleicht wird aus einem 5-Yard-Run plötzlich ein 30-Yard-Run oder ein explosives Laufspiel. Das öffnet dann wieder das Passspiel. "Ich will meinen Teamkollegen zeigen, dass ich nicht nur hier bin, um Bälle zu fangen – ich mache auch die ganze Drecksarbeit."
Pittman ist der Sohn des ehemaligen Runningbacks Michael Pittman Sr., der früher für die Tampa Bay Buccaneers spielte.Er wurde 2020 aus dem College-Team der USC Trojans in der zweiten Runde von den Colts gedraftet. 2022 war er Pro-Bowl-Ersatzspieler, und 2023 stellte er mit 109 Receptions und 1.152 Yards persönliche Bestwerte auf.
"Am Anfang ist man natürlich etwas traurig wegen der Leute, mit denen man sechs Jahre zusammen gespielt und gearbeitet hat", sagte Pittman Jr. "Ich bin erst 28. Sechs Jahre sind fast ein Viertel meines Lebens bei demselben Team. Da ist natürlich etwas Wehmut dabei. Aber danach kommt auch die Vorfreude auf einen neuen Ort und eine neue Chance. Als ich mit Mike telefoniert und gehört habe, was er geplant hat, hat mich das richtig begeistert. Ich habe das Gefühl, dass das hier der richtige Ort ist. "Ich werde alles tun, um diesem Team beim Gewinnen zu helfen und zu lernen, wie die Dinge hier gemacht werden."

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