6 Dinge, die du noch nicht über die Steelers wusstest

Natürlich weißt du, dass die Pittsburgh Steelers Rekord-Champions in der NFL sind. Ohne Zweifel ist dir bekannt, dass sie als eines der ältesten Teams der Liga auf eine lange Tradition zurückblicken. Und garantiert ist dir bewusst, dass Big Ben nicht nur der Name einer Glocke in London ist. Doch selbst für den Superfan in dir sind unter den folgenden sechs Fakten welche, die du noch nicht kanntest.

1. Die Steelers haben keine Cheerleader

Wenn dir die Steelerettes etwas sagen, dann bist du entweder sehr gut informiert oder gehörst der etwas älteren Fan-Generation an, denn diese Cheerleader-Gruppe gibt es heute nicht mehr. Von 1961 bis 1969 standen die Steelerettes am Spielfeldrand in Pittsburgh, um das Team zu unterstützen. Als die Franchise aber 1970 ins Three Rivers Stadium umzog, gingen die Steelerettes nicht mit – und kehrten fortan auch nicht mehr ans Spielfeld zurück.

Spätestens als in den Siebzigern das Terrible Towel auf den Tribünen auftauchte und zur Lieblingsunterhaltung der Fans auf den Rängen wurde, war das Thema Cheerleader endgültig Geschichte. Man könnte sagen, am Ende wurden die Steelerettes von einem Handtuch ersetzt.

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Dass ein NFL-Team keine Cheerleaders hat, ist bei weitem kein Einzelfall. Neben den Steelers verzichten auch die Chicago Bears, Green Bay Packers, Cleveland Browns, New York Giants und Buffalo Bills auf derartige Unterstützung von der Sideline. Ein Grund dafür dürfte bei diesen nördlich gelegenen Liga-Standorten die Tatsache sein, dass dort der Winter mitunter recht unangenehm werden kann. Die Vorstellung, bei -10 Grad Celsius oder mitten in einem Schneesturm mehr oder weniger leicht bekleidet am Spielfeldrand zu stehen, klingt nicht gerade verlockend.

Von den NFL-Franchises mit Cheerleadern ersetzen inzwischen immer mehr ihre Gruppen durch geschlechterübergreifende Tanzformationen, die nicht nur die Mannschaft anfeuern und das Publikum dazu animieren, sondern auch für Unterhaltung in den Pausen und Unterbrechungen sorgen.

2. NFL-Unikat: Das Logo nur auf einer Seite des Helms

Während fehlende Cheerleaders in der NFL kein Alleinstellungsmerkmal sind, ist es der folgende Fun Fact definitiv. Kam dir die linke Helmseite der Steelers auch schon immer merkwürdig leer vor? Das ist Absicht. Pittsburgh ist das einzige NFL-Team, bei dem das Logo nur auf einer Seite des Helms abgebildet ist – der rechten.

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Um die Geschichte des außergewöhnlichsten NFL-Helms zu erzählen, muss man zurück zu den Anfängen des Steelers-Logos gehen. Dieses basiert nämlich auf dem sogenannten "Steelmark", dem Markenzeichen der Stahllobby, das vom American Iron and Steel Institute (AISI) kontrolliert wird. Auf diesem Markenzeichen sind drei diamantförmige Muster in den Farben gelb (Kohle), orange (Eisenerz) und blau (​​Stahlschrott) sowie das Wort Steel zu erkennen.

Als in den 1950ern Logos auf Helmen zum Trend wurden, fügten die Steelers ihren goldenen Helmen zunächst nur die Trikotnummern der Spieler hinzu. Erst 1962 folgte der Versuch, die Nummern durch ein Logo zu ersetzen. Die Steelers kamen damit dem Vorschlag eines Stahlherstellers nach, die Helme mit dem Steelmark zu bekleben. Auf Anweisung des damaligen Teambesitzer Art Rooney testete Equipment-Manager Jack Hart dieses Emblem jedoch zunächst nur auf einer Seite der Helme, weil sich niemand sicher war, ob es gut aussehen würde.

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Die Franchise bat das AISI, das Logo minimal verändern und aus dem darin enthaltenen Wort "Steel" das Wort "Steelers" machen zu dürfen – und bekam tatsächlich die Erlaubnis. Das neue Logo brachte Glück. Die Steelers beendeten die Saison mit einem Record von 9-5 und erreichten erstmals die Playoffs. Für das folgende K.-o.-Spiel wollten die Verantwortlichen etwas besonderes machen, also änderten sie die Farbe der Helme von gold auf schwarz, um das Logo hervorzuheben. Man kann es Tradition nennen, vielleicht auch ein wenig von Aberglaube sprechen – aber daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Erfolg gibt den Steelers recht.

3. Team der vielen Namen

Deutlich weniger konstant verlief die Namensfindung bei den Steelers. Bei ihrer Gründung im Jahr 1933 hieß die Franchise noch Pittsburgh Pirates, ganz nach Vorbild des gleichnamigen Baseballteams in der Stadt. 1940 wurden aus den Pirates die Steelers, weil Besitzer Art Rooney einen Neustart wollte. In den ersten Jahren hatte das Team den Fans nur wenig Freude bereitet, nun musste ein neuer Name her, der mit Hilfe eines Wettbewerbs gefunden werden sollte. Unter den Einsendungen war der Vorschlag "Steelers" der populärste. Rooney wählte den neuen Namen auch, um die Identität der Stadt in Zusammenhang mit der Stahlindustrie hervorzuheben. Aufbruchstimmung machte sich breit.

Doch die verebbte schon Ende des Jahres, als Rooney das Team an Millionär Alexis Thompson aus Boston verkaufte, um nach einer schwachen Saison finanzielle Verluste auszugleichen. Und dann wurde es ganz wild. Thompson gab in Pittsburgh seinem gerade erstandenen Team einen neuen Namen: "Iron Men." Rooney kaufte sich als Anteilseigner bei den Philadelphia Eagles ein. Thompson wollte mit seinen Iron Men lieber nach Philadelphia umziehen. Rooney, der noch in Pittsburgh lebte, sah die Chance, die Eagles in seine Stadt zu holen. Und so tauschten die Besitzer bis auf Teamfarben und Trikots alles (Spieler, Ausrüstung, Büropersonal und Trainerstab), ohne dass seit dem ersten Verkauf der Steelers überhaupt ein Spiel stattgefunden hatte. Aber damit war das kuriose Hin und Her noch nicht abgeschlossen: Thompson taufte die umgezogenen Iron Men in Eagles um, Rooney machte aus den Eagles wieder seine Steelers.

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Wer gedacht hatte, dass nun Ruhe einkehren würde, irrte. Weil im 2. Weltkrieg immer mehr Männer ins Militär eingezogen wurden, fehlten auch in Pittsburgh die Spieler. 1943 kam es deshalb zum Zusammenschluss mit den Philadelphia Eagles. Die Phil-Pitt Eagles waren geboren, auch bekannt unter dem Spitznamen "Steagles". Eine Saison später hatten die Eagles wieder einen ausreichend großen Kader für ein reguläres Team beisammen, doch in Pittsburgh fehlten weiterhin Spieler. Erneut kam es zum Zusammenschluss, diesmal mit den Chicago Cardinals. "Card-Pitt" war geboren, auch als die "Carpets" bekannt – oder das erste Team der Franchise-Geschichte, das von zehn Spielen kein einziges gewann.

Beide Franchises entschieden sich nach dem Ende des 2. Weltkriegs gegen eine erneut gemischte Mannschaft. Viele Spieler kehrten zurück ins Heimatland und sorgten dafür, dass die Steelers fortan die Steelers bleiben und nach sechs verschiedenen Teamnamen zwischen 1933 und 1945 mit neuer Konstanz in erfolgreichere Zeiten aufbrechen würden.

4. Kult-Schauspieler Ed O'Neill spielte für die Steelers

Dieser Fun Fact ist einer für Serienjunkies. Noch weit vor seinen Auftritten als mürrischer Ehemann, Vater und Großvater in der US-Sitcom Modern Family und auch bevor Ed O'Neill den Schuhverkäufer Al Bundy in der Serie Eine schrecklich nette Familie spielte, war er Footballspieler. Seine Leistungen als Defensive Lineman an der Youngstown State University überzeugten sogar die NFL-Scouts, sodass O'Neil 1969 einen Profivertrag als Undrafted Free Agent bei den Steelers unterschrieb.

Unter dem damals neuen Head Coach Chuck Noll durfte er nur als Outside Linebacker ran, auf einer Position, die er noch nie zuvor gespielt hatte. Wohl auch deshalb fand er sich nach zwei Wochen Trainingslager im Büro des Cheftrainers wieder, wo er von seiner Entlassung erfuhr. Noll habe ihm angeboten, bei den Eagles ein gutes Wort für ihn einzulegen, erinnerte sich O'Neil vor ein paar Jahren im Gespräch mit Steelers-Teamreporter Bob Labriola. Doch er habe genug gehabt vom Football.

Keine schlechte Entscheidung, wenn man heute auf Ed O'Neils erfolgreiche Karriere als Schauspieler blickt. Und: Dem Football blieb er auch in neuer Funktion erhalten. In seiner Rolle als Al Bundy schwelgte er gerne in Erinnerungen an das Endspiel um die Stadtmeisterschaft von 1966 mit seinen Polk High Panthers, bei dem er vier Touchdowns erzielt und daraufhin ein College-Stipendium erhalten hatte.

5. Um ein Haar wären die Steelers "America's Team" geworden

Wenn über die Dallas Cowboys gesprochen wird, dann fällt meist der Begriff "America's Team" im selben Atemzug. Dass das nicht unbedingt so hätte kommen müssen, erzählte Steelers-Besitzer Dan Rooney 1992 dem damaligen Defensive Coordinator der Cowboys, Dave Wannstedt, als er ihn für die Nachfolge Chuck Nolls als Cheftrainer interviewte.

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Rooney (laut Wannstedt): "1976 haben wir (Pittsburgh Steelers) die Cowboys im Super Bowl X geschlagen. Pete Rozelle war der NFL Commissioner und rief meinen Vater (Art Rooney) an." Rozelle soll dann erzählt haben, dass die NFL gerade ein Highlightvideo erstelle, in dem sie die Steelers "America's Team" nennen wolle. Daraufhin soll Art Rooney gesagt haben: "Pete, lass mich dir eines sagen: Wir sind nicht 'America's Team'. Wir sind die Pittsburgh Steelers."

Der Erzählung – zugegeben: über mehrere Umwege – zufolge hat die NFL also den Steelers den Titel "America's Team" zuerst angeboten, bevor schließlich Ende der 70er die Cowboys den Spitznamen erhielten.

6. Pittsburgh ist Schwarz-Gold

Schwarz und Gold sind die Farben Pittsburghs – beruhend auf dem Wappen des Engländers William Pitt, der der Stadt einst ihren Namen gab. Dass die Steelers diese Farben übernommen haben, dürfte dir bekannt sein. Dass aber Pittsburgh die einzige Stadt in den USA ist, in der alle professionellen Sportteams sich mit den gleichen Farben schmücken, wissen nicht allzu viele.

Die Pittsburgh Pirates aus der National Hockey League (NHL) waren die erste Franchise in der City, die in Schwarz-Gold erstrahlte. 1933 folgten die Steelers, die die Farbkombination vom Eishockeynachbar übernahmen. 1948 wechselten die Pittsburgh Pirates aus der Major League Baseball von rot-blauen zu schwarz-goldenen Farbtönen. 1979, nachdem die Steelers und Pirates (Baseball) jeweils ihre erste Meisterschaft gefeiert hatten, wechselten auch die neu gegründeten Pittsburgh Penguins aus der NHL von blau-weiß zum schwarz-goldenen Einheitslook – und das, obwohl die Boston Bruins seit den 1930ern in Schwarz und Gold spielen und gegen den Farbwechsel protestierten.

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