5 Gründe, warum diese Steelers-Offseason extrem wichtig wird

Der Super Bowl LVI ist Geschichte – und schon richtet sich bei den NFL-Teams der Blick nach vorne. Auch die Pittsburgh Steelers müssen in der Offseason richtungsweisende Entscheidungen treffen, damit sie die größtmögliche Chance haben, im Februar 2023 selbst noch auf dem Spielfeld zu stehen.

Dieser Artikel liefert dir den Überblick zur anstehenden spielfreien – aber keinesfalls ereignisarmen – Zeit in der Liga.

1. Die Draft-Saison beginnt jetzt

Nur zwei Wochen nach dem Super Bowl finden sich im Lucas Oil Stadium in Indianapolis NFL-Trainer, Scouts und Nachwuchstalente zusammen, um in die heiße Phase vor dem NFL Draft zu starten. Beim NFL Scouting Combine zeigen College-Stars vom 1. bis 7. März, warum sie das Zeug zum Profi haben – und versuchen bei Workouts und Interviews die Teams von sich zu überzeugen.

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Vom 28. bis 30. April können die Steelers dann wie die anderen 31 Teams ihre Erkenntnisse in die Tat umsetzen und in Las Vegas beim NFL Draft 2022 den nächsten Najee Harris nach Pittsburgh holen. Die Steelers wählen in der 1. Runde mit dem 20. Pick aus.

2. Es gilt, den Kader zusammenzuhalten

Noch vor dem Draft beginnen am 16. März um 22 Uhr deutscher Zeit neues Liga-Jahr und Free Agency. Das bedeutet auf der einen Seite: Happy New Year! Auf der anderen: Um diese Uhrzeit werden alle Spieler mit auslaufenden Verträgen Free Agents. Das mitunter wilde Wettbieten um die besten verfügbaren Free Agents beginnt.

2021 übten sich die Steelers am freien Markt in Zurückhaltung. Spektakuläre, oft mit hohen Kosten verbundene Verpflichtungen blieben aus. Dafür verlängerte Pittsburgh den Vertrag von Publikumsliebling JuJu Smith-Schuster damals um ein Jahr.

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Und 2022? Bei folgenden Steelers endet im März der Vertrag: QB Joshua Dobbs, QB Dwayne Haskins, WR JuJu Smith-Schuster, WR James Washington, WR Ray-Ray McCloud, TE Eric Ebron, RB Kalen Ballage, OL Trai Turner, OL Chuks Okorafor, OL B.J. Finney, OL J.C. Hassenauer, DL Montravious Adams, DL Demarcus Christmas, LB Taco Charlton, LB Marcus Allen, LB Robert Spillane, CB Joe Haden, CB Akhello Witherspoon, CB Arthur Maulet, CB DeMarkus Acy, S Terrell Edmunds, S Miles Killebrew.

Auf der Cornerback- und der Wide-Receiver-Position brechen dem Team jeweils drei Spieler weg, die es in Quantität und Qualität zu ersetzen (oder zu halten) gilt. Und dann wäre da noch die Königsposition.

3. Wie lautet die Antwort auf die Quarterback-Frage?

"Ich denke, es ist klug und angemessen, offen für alle Möglichkeiten zu sein", sagte Cheftrainer Mike Tomlin Mitte Januar nach dem Playoff-Aus. Natürlich sprach er über die Quarterback-Situation bei den Steelers nach dem Karriereende von Ben Roethlisberger. Es gebe zwei Varianten, das Team auf der Position zu verstärken – Free Agency und Draft. "Man muss abwägen, was verfügbar ist auf dem freien Markt und im Draft und dann festlegen, welcher Weg der beste für uns ist", so Tomlin weiter.

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Dass die Quarterback-Position die wohl größte Baustelle der Offseason sein wird, ist kein Geheimnis in Pittsburgh. Wie genau die Steelers diese Baustelle angehen, darüber gibt es wenige bis keine Erkenntnisse – wenngleich einige Optionen realistischer erscheinen als andere.

  • Ein Trade für einen der etablierten und am jetzigen Arbeitsplatz womöglich unzufriedenen Star-Quarterbacks der Liga erscheint unwahrscheinlich, weil er neben den enormen Tauschkosten (mehrere Erstrundenpicks?) auch enorme Gehaltskosten mit sich bringen würde.
  • In der Free Agency wird der eine oder andere junge Quarterback verfügbar sein, der schon ein paar Jahre und Spiele als Starter in der Liga auf dem Buckel hat, aber von seinem bisherigen Team in die Reservistenrolle verbannt wurde. Die Steelers könnten aus dieser Kategorie mehrere Spieler zu adäquaten Kosten verpflichten und sie in den Konkurrenzkampf mit Mason Rudolph und Dwayne Haskins schicken.
  • Die dritte Option wäre der Weg über den NFL Draft – der typische Steelers-Weg: Talent identifizieren, draften und dann vor Ort in Pittsburgh zum Starter reifen lassen. Auf den ersten Blick scheint die diesjährige Talentauswahl auf der Quarterback-Position nicht das zu bieten, was Teams mit dringendem Bedarf suchen.
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Welchen Weg auch immer die Steelers am Ende gehen werden, am wahrscheinlichsten ist, dass der neue Quarterback des Teams sich seinen Job in einem Dreier- oder Vierer-Duell im Training Camp erobern muss. Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft – und kampflos werden Mason Rudolph und Dwayne Haskins (der als Restricted Free Agent wohl wieder in Pittsburgh unterschreibt) den Posten nicht hergeben.

4. Die neuen Trainer nehmen ihre Arbeit auf

Drei Übungsleiter stehen 2022 in neuer Funktion am Spielfeldrand. Teryl Austin ersetzt als Defensive Coordinator den im Januar zurückgetretenen Keith Butler. Austin ist seit 2019 in Pittsburgh, hat 18 Jahre Erfahrung als Trainer und war zuletzt Assistenztrainer für die Passverteidigung. Seit er für die Steelers coacht, hat das Team nur vier Quarterbacks mit 300 oder mehr Passing Yards zugelassen.

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Außerdem heuert Frisman Jackson als neuer Trainer für die Wide Receiver an (zuvor zwei Jahre bei den Panthers). Er bringt Pat Meyer aus Carolina mit, der zukünftig für die Offensive Line zuständig ist.

Eine Lücke wird nach dem NFL Draft noch zu füllen sein: General Manager Kevin Colbert tritt nach der Talentbörse in Las Vegas von seinem Posten zurück. Ein Nachfolger werde voraussichtlich erst nach dem Draft bekanntgegeben, so Steelers-Präsident Art Rooney II.

5. Die Gegner für 2022 stehen fest

Die genauen Termine für ihre Spiele in der kommenden Saison werden wohl erst im Mai bekanntgegeben, doch ihre Gegner kennen die Steelers schon jetzt. 2021 durften sich die Fans über neun Heimspiele im neuen 17-Partien-Spielplan freuen, 2022 werden es neun Auswärtsspiele sein (AFC und NFC wechseln sich jährlich ab).

Im Heinz Field empfängt das Team von Mike Tomlin die Baltimore Ravens, Cincinnati Bengals und Cleveland Browns aus der AFC North sowie die Las Vegas Raiders, New England Patriots, New York Jets, New Orleans Saints und Tampa Bay Buccaneers.

Auswärts müssen die Steelers gegen die Rivalen aus der AFC North sowie die Atlanta Falcons, Buffalo Bills, Carolina Panthers, Indianapolis Colts, Miami Dolphins und Philadelphia Eagles ran.

Die Preseason 2022 beginnt mit dem Pro Football Hall of Fame Game am 4. August. Die Regular Season mit einem Heimspiel des Super-Bowl-Siegers am 8. September. Die Playoffs starten am 14. Januar 2023. Der Super Bowl LVII im State Farm Stadium in Glendale (Arizona) ist für den 12. Februar angesetzt.

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